Home Zores und Schrottie Juni 2012 September 2012 Oktober 2012

Die Zores-Firma des Monats September 2012: Beef Products Inc.

Die Ehre wird der Firma Beef Products Inc. zuteil für einen Prozess gegen die Fernsehgesellschaft ABC mit einem Streitwert von 1,2 Milliarden Dollar. Der Vorwurf: Defamation des Produktes Lean Finely Textured Beef, im Volksmund "pink slime" und neudeutsch Separatorenfleisch. Im Frühjahr 2012 gab es in den USA eine Welle von Berichten über pink slime, und die ABC-Berichte waren keineswegs die schärftsten.
Im Grunde geht es nur darum, dass BPI jahrelang Mehrwert erzeugte, indem man aus Abfall ein "gesundes, hochwertiges Produkt" machte.
Es geht darum, dass US-Konsumenten plötzlich mündig wurden und keinen Abfall mehr essen wollen. Und um reine Semantik. Denn BPI's vorgefasster PR Brief an die Volksvertreter sagt "Lean, finely textured beef (LFTB), the product's actual name, is 100% beef, plain and simple. It is not a filler and doesn't contain any additives or preservatives." Dass laut
Food Saftey News eben doch Ammoniak im Produkt bleibt ist Nebensache, weil die behördliche Definition dieses Ammoniak nicht als Zusatzstoff oder Konservierungsmittel einstuft, sondern als Prozesshilfsmittel.

But ammonia does remain in LFTB: A BPI spokesperson told Food Safety News that the company's product contains between 400 and 500 parts per million (ppm) ammonia. According to microbiologist Gary Acuff, untreated ground beef naturally contains somewhere in the neighborhood of 100 to 150 ppm of ammonia.

LFTB defenders often refer to a "puff" of ammonia gas meant to kill pathogens that may be on the meat, but that puff appears to effectively leave behind four times the normal amount of ammonia.

Die Menge ist winzig, der Einsatz hoch, denn in jenem Land, wo der Kunde König ist, muss der König eben auch pink slime essen. Man ist ja schliesslich ein Genie, wenn man den Armen billiges Fleisch verkaufen kann. Wären da nicht die ach so unfairen Medien.

Während man den Bürger gläserner macht als je zuvor, dürfen Firmen vernebeln, verschweigen und Politiker kaufen (oops, Spenden geben, kaufen ist ja noch nicht ganz legal).

Der Herr Romney, ein ganz normaler Manager

Ein Beitrag zum aktuellen Wahlkampf in den USA? Das ist vielleicht keine gute Idee, man ist ja heute schneller irgendwo auf einer Liste als man Liste tippen kann. Aber es geht eigentlich nicht um den Wahlkampf, sondern lediglich darum, dass der Herr Romney ein ganz normaler Manager ist. Manager arbeiten schwer, müssen viel wissen, immer erreichbar sein und dürfen ohne Rücksicht Geld verdienen, weil sie Risiken eingehen und Ideen haben.

Ganz so einfach ist es leider nicht, denn eines der kleinen Geheimnisse im Management ist: je höher man in einer Hierarchie ist, desto besser lebt man.

In einer normalen Firma führen die normalen Executives mit einer Mischung aus "ich bin der Boss" und Eingriffen in kleinste Kleinigkeiten. Wenn der Executive in kleinste Details eingreift, zum Beispiel wie Herr Würth mit seinem Bief an die Aussendienstler, projeziert er Macht über das aktuelle Detail hinaus. Ein anderes Beispiel ist der Software Executive, der die zweihundert Seiten Build Log für ein Produkt jeden Freitag Abend mit einigen Kommentaren versieht. Es genügt der eine oder andere Hinweis im Stil "wieso fehlt diese Komponente immer noch", um zum einen Bewunderung und zum anderen Furcht zu erwecken. Ausserdem bekommen die Untergebenen das Gefühl, dass "die da oben" tatsächlich am Produkt interessiert sind und nicht nur an ihre eigenen Aktienpakete denken.

Extrem hilfreich für Executives, die sich das Leben leichter machen möchten, ist das Abonnement von Mailing Listen und Fachforen. Der Executive braucht nur einmal wöchentlich auf die Schaltfläche "Weiterleiten" zu klicken und erreicht damit wieder mehrere Ziele: man ist am Ball, man kann Detailwissen projezieren wenn man nicht die geringste Ahnung von den Details hat, und die Untergebenen wissen, dass der Chef viel arbeitet und aufpasst, was sich im Fachbereich tut.

Mit diesen alltäglichen Vorgehensweisen gewappnet, kann man dann das Chefsein vollenden, indem man "adäquate Bezahlung" begründet und den Anspruch verwirklicht, dass für Chefs andere Regeln gelten als für jene, die man führt.

Was man sich letzten Endes damit erarbeitet ist Freiheit. Jene Freiheit, die nur mit Geld zu haben ist. Und jene Freiheit, die einem erlaubt abstruse Dinge zu sagen. Dinge, die einen unteren Angestellten sofort den Job kosten, wenn er oder sie sie sagt.

Damit ist es nur logisch und konsequent, wenn Herr Romney seine Steuererklärungen nicht veröffentlicht aber von seinem Vizepräsidentkandidaten 10 Jahre Steuererklärungen verlangt. Ebenso logisch und konsequent ist es, dass man nur schwammige Ziele als Wahlstatements macht, denn jeder Manager kennt die bewährte Maxime des Aussitzens von Problemen mit "wir werden das zu gegebener Zeit mit Fakten untermauern und eine Umsetzung andenken".

Update 18. September 2012: In der Zeit online und allen grösseren Nachrichtenseiten kann man heute lesen, dass Mitt Romney die Maske fallen liess. Die Anhänger der Demokraten seien "Opfer" und Wohlfahrtsempfänger. So sieht Zores sich in seiner Einschätzung bestens bestätigt. Denn ein normaler Manager führt öffentlich immer so schöne Sätze wie "wir wollen für alle das Beste", "wir schätzen unsere Mitarbeiter", "das Gemeinwohl liegt uns am Herzen". Und im kleinen Kreis gibt man sich dann als das, was man ist: ein besserer, intelligenterer Mensch, der sich um die gewinnbringenden Aspekte kümmert und den Rest abschreibt.

Autocomplete für alle

Im Zusammenhang mit der Wiederkehr der ehemaligen deutschen Ersten Dame Bettina Wulff gab es eine Diskussion über die Autocomplete-Funktion in Google, bei der für Frau Wulff unangenehmerweise Escort und Prostituierte im Angebot waren. Die Argumente rechten von Google "ist ein Algorithmus der Maschine ohne unser Zutun", über "sollte man ausschalten können", "Autocomplete beeinflusst die Wahrnehmung der Nutzer", usw. usf.

Das Argument mit dem Algorithmus wurde schnell gekippt. Man darf darauf hinweisen, dass Algorithmen jederzeit geändert werden können, und der Abschaltwunsch ist recht nett. Dass die Benutzer etwas gelenkt werden ist schwer von der Hand zu weisen, sollte aber nicht zu ernst genommen werden.

Zores etwa findet es sehr nett, zu sehen, was andere suchen. Und manchmal bringt ein unerwarteter Autocomplete-Vorschlag Zores auf den Weg zu etwas Neuem, auf eine Idee, die ohne Autocomplete viellicht nie geboren worden wäre. Da es aber im Beispiel Wulff um Moral ging, wäre es nett, die Diskussion auf Eis zu legen und Autocomplete ohne diese Empfindsamkeit zu untersuchen und zu verbessern.

Jemand, der von sich aus in die Öffentlichkeit drängt, profitiert doch davon, oder? Die Meinung wird gehört - und hoffentlich dann auch gut bezahlt, man kann seine Vorstellungen einer besseren Welt einbringen und mehr. Jemand macht sich wichtig, ist die deutsche Redewendung, so kann man erwarten, dass jene wissen, dass nicht alles, was Öffentlichkeitsgold ist auch glänzt. Und Frau Wulff, es tut mir leid, Sie leiden zu sehen.

Israel und der Iran -- Wetten daß..?

Zores wagt sich bei Prognosen weiter vor als unser erster Autor Schrottie. Weil das Thema Israel und Iran weiterhin durch die Medien irrlichtert, möchte Zores im September 2012 eine Wette abschliessen. Sie lautet: sollte Mitt Romney zum Präsidenten der USA gewählt werden, wird Israel Ende Dezember oder Anfang Januar eine Attacke gegen einige, nicht alle iranischen Anlagen vornehmen. Bleibt Obama Präsident, geschieht vorerst nichts.

Vorlage für diese Prognose ist das Großreinemachen in Gaza in der Endzeit von George Bush. Im Fall Iran wäre es natürlich nur eine Frage von einem Tag, nicht drei langen Wochen.

Was tut Zores, wenn er die Wette verliert? Sich freuen über die doch vorhandene Einsicht und Vernunft aller Beteiligten. Es dürfte selbstverständlich sein, dass man für diese Wette auf Verlieren hofft.

Offenes Geheimnis Teil 3: Schorsch Herbert und der Wüstensturm

Zores hatte einen Freund, der wiederum hatte einen Nachbarn. Der Nachbar war US-Konsul als das Ultimatum an Saddam Hussein wg. Kuweit auslief. Der Freund und sein Nachbar hatten wohl ein gutes Verhältnis, denn sie trafen sich am Abend des Ablaufs auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Der Freund fragte nach den üblichen Pläsanterien: und geht es heute Nacht los? Die Antwort war: wenn nicht heute Nacht, dann nie.

Der Freund widerstand der Versuchung, die Zeitung anzurufen und schmunzelt noch heute über seine erste Lektion in Diplomatie.

Offenes Geheimnis Teil 4: Bier mit dem Klassenfeind

Der Eiserne Vorhang wurde uns am Beispiel Berlins als undurchdringlich vorgestellt. Wir haben von den Minen und den Zäunen gehört, die Bilder und die Filme gesehen.

Was die meisten Zeitgenossen nicht wissen ist, dass es sogar in der Ära des Eisernen Vorhangs einige Stellen gab, wo sich Grenzschutz West und Grenztruppen Ost regelmässig zu einem Bier in der Kneipe trafen. Die Treffen fanden im Westen statt, weil die BRD keine Probleme damit hatte, dass Bundesbürger nur Meter von der Grenze entfernt wohnten und damit auch eine Gastwirtschaft vor Ort war. Auf der evakuierungswütigen DDR-Seite ging das halt nicht.

Man traf sich im Westen, stellte die Waffe in die Ecke, trank Bier, als Westler machte man auch kleine Geschenke oder kleine Einkäufe. Man unterhielt sich gut und ging anschliessend seines Weges, sich auf das nächste Bier mit dem Klassenfeind freuend.

Ob daneben auch etwas weniger romantische Dinge abliefen, weiss Zores nicht. Es erscheint nur logisch, dass der eine oder andere Geheimdienst zumindest versucht hätte, daraus Kapital zu schlagen, aber vielleicht war es doch nur eine nette Trinkrunde ohne Hintergedanken.

Offenes Geheimnis Teil 5: Der Oberst und das Video

Wenn wir schon bei Anekdoten von Freunden sind, hier ist noch eine, diesmal aus der Zeit als Namibia noch mit dem Zusatz "zur Zeit unter südafrikanischer Verwaltung" versehen war. Regime wie das damalige Apartheid-Regime Südafrikas sind immer besorgt über subversive Medien und Medienträger, was eine gründliche Prüfung ausländischer Druck- und Bildwerke bei der Einfuhr nach sich zieht. So kam es, dass ein bundesdeutscher Oberst Videokassetten an Freunde in Namibia kreativ mit einem Vorspann versehen verschickte. Die südafrikanischen Zöllner sahen so, gleich ob bei Rocky II oder bei Die Brücke am Kwai, einen jovialen Oberst in bundesdeutscher Uniform am Schreibtisch sitzend, freundlich in die Kamera blickend. Guten Tag, ich bin Oberst G., Angehöriger der Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland. Das nachfolgende Video ist ein Geschenk an meinen Freund, Herrn C., und ich möchte Sie bitten, es ihm zuzustellen. Mit freundlichen Grüssen.

Man kann hier vieles sehen, etwa den Missbrauch von Dienstgerät, die Nutzung von Dienstzeit für private Zwecke, einen Anlass für verschärfte Kontrolle von Staatsdienern insgesamt.

Zores, um seine Wertung gebeten, fand dass ein einziges Wort genügen würde. Putzig.

Wie die Fliegen zum Misthaufen: Konservativer Blasphemievorstoß

Zu erwarten war es, und nun ist es da. Unionspolitiker fordern mehr Respekt für Religion. Der umfassendste Vorstoß verlangt: "Demnach solle jede öffentliche Beschimpfung eines religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses künftig strafbar sein." Die FDP und andere lehnen ab. Zores findet es jedoch sehr interessant, dass auch weltanschauliche Bekenntnisse so geschützt werden sollen. Wenn wir uns schon mit einem Blasphemiegesetz ohne Gefährdung des öffentlichen Friedens an, zum Beispiel, Pakistan anlehnen, sans Todesstrafe versteht sich, dann wäre etwa Scientology in Deutschland künftig unter staatlichem Schutzschirm, oder?

Bevor man überhaupt nicht mehr witzeln darf, sei also gesagt: Der Misthaufen des Mohammed-Videos ist eine wunderschüne Gelegenheit für Schmeissfliegen und Politiker gleichermassen.

Zores ist vehement dagegen und möchte sich auch weiterhin beschimpfen lassen. Andererseits hätte das Schauspiel der versuchten Anwendung eines solchen Gestzes den Reiz grosser Dramen mit vielfältigen Wirkungen, und es wäre sicher auf Jahre für spannende Unterhaltung gesorgt.

Mordillo und die Sägezahnkarriere

Wundern Sie sich manchmal, wie gut Andere Sie einschätzen? Zores hat eine Anekdote aus einem Berufsleben, die ihm hin und wieder einfällt und über Jahrzehnte nichts von ihrer Prägnanz verloren hat.

Ein junger Mann kündigt seine Arbeitsstelle. Weil man ihn mag und es so Brauch ist, darf er sich ein Abschiedgeschenk aussuchen. Im Wert von unter 30 DM. Er wünscht sich ein Cartoon-Buch von Mordillo, der Chef übergibt es persönlich und mit der Bemerkung, das sei ja ein sehr nettes Buch. Der junge Mann bringt ein Anliegen vor. Darf er durch das Gebäude gehen und alle Mitarbeiter um ein Autogramm unter einem ausgesuchten Bild bitten? Der Chef hat nichts dagegen, und so macht unser Mann sich am nächsten Tag auf den Weg durch die Büros. Die Sekretärin, die ihre Finger überall drin hat und bei jedem neuen Gerücht in Aktionismus ausbricht, darf unter einer Serie von Rettungswagenbildern unterschreiben. Der Perfektionist, der solange feilt wie es nur geht, bekommt folgendes Bild: von einem riesigen Baum sind im Herbst alle Blätter abgefallen - bis auf ein einziges, ganz oben in der Spitze. Unten in den verblassenden Blättern steht ein kugelnasiger Mordillo-Mann mit einem Rechen in der Hand, sich vergebens nach dem widerspenstigen Blatt streckend.

Alle Mitarbeiter nehmen es mit Humor und reichen das Buch bei der kleinen Abschiedsfeier herum, um zu sehen, wie die anderen davonkamen.

Der Chef hat sich für den nun ehemaligen Mitarbeiter dieselbe Behandlung vorbehalten, drückt ihm einen Filzstift in die Hand und sagt: und Sie hier.

Es ist eine Serie aus drei Bildern. Man sieht einen gebückten, alten Mann mit Gehstock, wie er sich mühselig auf die Bühne quält, die fast den ganzen Raum einnimmt. Auf die Bühnenmitte gerichtet ist ein grosser, gelber Scheinwerfer. Als der Alte ins Scheinwerferlicht tritt, verwandelt er sich ein ein tanzendes Energiebündel, wie eine knollennasige Version von Fred Astaire. Als er das Scheinwerferlicht nach rechts verlässt, plop, wird er wieder zum gebückten alten Mann, dessen Stock eine unabdingbare Krücke fürs Leben ist. Der junge Mann fühlt sich in diesem Augenblick ertappt und doch auf angenehme Weise verstanden.

Aber es kommt noch besser. Der Chef entfaltet ein DIN A3 Blatt und reicht es ihm mit den Worten: und hier ist Ihre Karriervorhersage. Eine Sägezahnkurve, von links steil zur Spitze des ersten Sägezahns, dann senkrecht herunter, und schon kommt der nächste Sägezahnaufstieg steil hinauf, senkrecht hinunter.

Dreissig Jahre später. Der damals junge Mann kann nun sein Arbeitsleben mit dem damaligen Entwurf des Chefs vergleichen. Mit einem manchmal wehmütigen Lächeln sagt er sich: genau so war es.

Ausgesperrt: Teufel vergisst Passwort zur Hölle

Nun ist auch der Herr der Finsternis ein Opfer der gängigen Passwortvorschriften geworden. Aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle hörten wir, dass der Teufel mehrere Tage keinen Zugang zur Hölle hatte, weil er das Kennwort vergessen und natürlich nicht aufgeschrieben hatte.

Wenn das auch dem Teufel passieren kann, was zeigt das dem Otto Normalverbraucher?

Es zeigt uns, dass die gängige Passwort- bzw. Kennwortpolitik völlig verfehlt ist. Ein schönes, langes Passwort braucht man, und das sollte man sich aufschreiben, denn man kann nicht alle 20 oder 30, die man heutzutage benutzt, im Kopf behalten. Wohlgemerkt, lang muss es sein. Keine 8 Zeichen, sondern mindestens doppelt soviele. Mit Gross- und Kleinbuchstaben und der einen oder anderen Zahl. Benutzen Sie ruhig ganze Wörter, aber möglichst ohne zusammenhängenden Sinn. Ein Beispiel in Schritten:

Wenn eine Webseite das Passwort als gut akzeptiert, schreiben Sie es auf.

Bitte nicht:

Bevor wir diesen Eintrag beenden, hier die neueste Nachricht zum Teufel. Nach drei Tagen und Nächten fiel dem Teufel sein Passwort zur Hölle wieder ein. Es war "Gott".

Neverwashaul - das Selbstfahrende 3-stöckige Viktorianische Haus

Sie haben es längst bemerkt, dass wir ab und zu einen Punkt von der Homepage unseres Betreibers klauen. Heute fanden wir dort einen Hinweis auf ein wohl einmaliges Ding. Halb Fahrzeug, halb Haus, halb Riesenspielzeug. Die Rede ist von der Neverwashaul, dem Haus, das es nie gab. Auf dieser englischen Homepage können Sie dieses Getüm näher anschauen und die Macher kennenlernen. Ürsprünglich für Burning Man, das jährliche Alternativ-Kunst-Spektakel in der Wüste Nevadas konzipiert, ist die Neverwashaul mittlerweile in den USA eine kleine Berühmtheit.
Das mittlerweile von Insidern, und wer möchte nicht dazugehören, einfach als "the Haul" bezeichnete Opus, kann selbst fahren, aber ohne Strassenzulassung und mit doppelter LKW-Höhe sind Alltagsfahrten auch in den USA eher selten.
The Haul wird jedoch mehrmals im Jahr auf strassenkonforme Höhe gestutzt und per Schlepper zu diversen Festivitäten in Nordkalifornien geschippert.
Wenn Ihnen die Neverwashaul gefällt, schreiben Sie doch einfach eine nette Email an die Mannschaft. Die Adresse finden Sie am unteren Rand der Seite
Neverwashaul.

Die Zores-Firma des Monats Oktober 2012: Google Inc.

Google erhält diese Auszeichnung für Google adNonSense auf tausend deutschen Webseiten, die keinen eigenen Content (Inhalt) anbieten und für die gleichzeitige Verweigerung adSense auf Seiten wie der vorliegenden zuzulassen. Ausserdem möchten wir unserem "Ami" damit einen Gefallen tun. Der "Ami", wie wir den Eigentümer dieser Domain nennen, ist nämlich sauer. Zum Hintergrund:

Wir nutzen diese Webseite kostenlos, weil der Inhaber (der Ami) keine zündende Geschäftsidee dafür hatte. Er wollte aber doch die Kosten wenigstens teilweise einholen und hat kürzlich begonnen um BitCoin-Spenden zu bitten. Dann kam er auf die Idee, Google adSense Anzeigen zu schalten. Wir reichten also für ihn einen Antrag bei Google ein und erhielten wenig später die Nachricht: verweigert, zu wenig Content. Der "Ami" ging die Wände hoch und wurde von uns beruhigt mit dem Versprechen, wir würden einige Beispiele für wenig originelle Seiten aufzeigen und Google für diesen adNonsense zur Firma des Monats machen. Nachstehend einige wenige Beispiele:

http://www.kalaydo.de/jobboerse/1/2/3/o/frankfurt-am-main/ Google adSense zusammen mit anderen Anzeigen geschaltet.
http://www.jobworld.de/jobs-frankfurt-am-main besitzt keinen eigenen Content und formatiert die Google-Anzeigen identisch mit dem zusammenklaubten Content. Das heisst, Sie werden praktisch unweigerlich auf eine Google-Anzeige klicken.
http://www.backinjob.de/stellenangebote-Frankfurt%20am%20Main formatiert die Google-Anzeigen identisch mit dem zusammenklaubten Content. Google adSense zusammen mit anderen Anzeien geschaltet.

Wir wollen nicht päbstlicher als der Pabst sein und darauf hinweisen, dass Google möglicherweise seinen Bewertungsalgorithmus verschärft hat, um "Anzeigenfarmen" ein bisschen besser in den Griff zu bekommen. Ob wir unsere Seite hier umorganisieren, damit Google den Inhalt wohlwollend anerkennt, wird die Zukunft zeigen.

Einwanderung von Amish nach Deutschland?

Deutschland verliert immer mehr Einwohner, Krise und Panik sind angesagt! Zores hat einen Vorschlag, der auch die konservativsten Politiker zufriedenstellen sollte. Bietet doch Angehörigen der Amish die Einwanderung aus den USA an. Was sich zunächst (vielleicht auch später noch...) lächerlich anhört, hat gute Gründe. Die Amish sind ursprünglich aus dem deutschen Sprachraum, sie sind fleissig, sie sind grossartige Landwirte, und sie würden weniger Strom verbrauchen als die Einheimischen. Wäre doch nett für die Energiewende. In den USA haben die Amish ein Wachstumsproblem, denn Farmland wird zu teuer, um die wachsende Zahl von Amish auf dem Land zu halten.

Einem Umzug nach Deutschland stehen natürlich, sagen wir, einige Probleme im Weg, insbesondere die Verfolgung, inklusive schrecklicher Folter, der Amish eben wegen ihrer Religion.

Sind Chefs notwendig?

In der Zeit online gibt es ein gutes Streitgespräch mit dem Titel Brauchen wir Chefs. Die Artikeleinleitung liest sich so: "Der Unternehmer Gernot Pflüger lehnt Hierarchien ab. Der Soziologe Stefan Kühl sagt: Ohne sie wird die Arbeitswelt brutal."

Zores unmassgebliche aber sicherlich richtige Meinung dazu: die brutalste Arbeitswelt hat Zores in Jahrzehnten in verschiedenen Kontexten in streng hierarchischen Umgebungen erlebt. Gleichzeitig kann Zores melden, dass er die grösste Handlungsfreiheit in einer hierarchischen Organisation erlebte. Kurzum, nichts ist auch nur entfernt vergleichbar mit der Brutaliät hierarchischer Organisationen, weil diese über Mittel verfügen, die Brutalität rechtens machen. Der Unternehmer hat also eher recht. Die Frage ist nicht, ob man ohne Chefs auskommen kann. Sie wäre vielmehr, wie lange kann man ohne Chefs auskommen? Kann ein Unternehmen über 100 Jahre und durch Krisen ohne Chefs auskommen? Welche Resultate erwarten wir von Unternehmen und Institutionen, und wären wir bereit zur Erziehung von verantwortungsbewussten und verantwortungsfähigen Menschen?

 

Fehldiagnose

Ein Gastbeitrag von Schrottie. Es passiert wohl Jedem irgendwann, man geht zum Arzt und der irrt sich. Oder man geht ins Krankenhaus zur Blinddarmoperation und wacht mit einem Bein weniger auf.  Es ist zehn Jahre her. Morgens beim Wasserlassen sehe ich rot, nicht blass gelb, nicht dunkelgelb, sondern rot. Und es tut sauweh. Ich gehe zum Arzt, nicht zu irgendeinem wohlgemerkt, sondern zu einem angesehenen Spezialisten. Er stellt viele Fragen, nimmt Blut ab, erweckt Vertrauen, führt schliesslich einen Katheder in meine Harnröhre bis in die Blase ein.

“Sie haben am Boden der Blasé eine Läsion”, erklärt er. Ich bin froh, dass ich verstehe, was eine Läsion ist.

“Sie ist fast kreisrund mit einem Durchmesser von etwa 10 Millimetern”, fügt er hinzu.

Dann taucht sein Kopf wieder zwischen meinen Knien auf.

“Wir sollten das operieren, ich kann Ihnen gleich von meiner Assistentin einen Termin machen lassen.”

“Das heilt nicht von selbst ab?”

“Nein, nicht unter diesen Umständen an dieser Stelle, die praktisch immer feucht ist. Es ist ein ambulanter Eingriff, sie sind nur ein paar Stunden hier. Wir nehmen eine kleine Probe, und dann kauterisieren wir die Läsion. Machen Sie sich keine Sorge.”

Liebe Leser des am wenigsten gelesenen Blogs Deutschlands, halten Sie mich nicht für paranoid, aber wenn mir jemand in die Blasé schaut und mir dann sagt “machen Sie sich keine Sorge”, dann mache ich mir Sorgen.

Zwischen dem ersten Blut und dem Arzttermin lagen drei Tage, in denen jedes Wasserlassen blutrot und schmerzhaft war.

“Okay”, sage ich. Er greift zum Telefon und sagt etwas zu seiner Assistentin. Ich verstehe nicht alles, nur dass er meinen Namen und das Wort Termin ausspricht.

Ich ziehe mich an, bedanke mich und gehe zum Empfang. Dort mache ich einen Termin für in einer Woche, und die nette Dame trägt die Diagnose ein. Verdacht auf Blasenkrebs. Es reicht nur zu einem netten Danke und auf Wiedersehen meinerseits. Ich habe das Gefühl, dass ich aus der Praxis hinausschleiche wie ein uralter Mann, nicht wie der junge Spund, der ich bin.

Ich sage meiner Freundin nichts von der Diagnose, nur dass es harmlos ist. Ja, unser Verhältnis war schon nicht mehr sehr gut.

Am nächsten Tag mache ich einen Termin mit einem anderen Arzt. Der kann mich am nächsten Tag sehen. Das Ritual ist fast identisch mit dem Besuch beim angesehenen Experten, mit dem Unterschied, dass mein zweiter Arzt weniger Wert auf eine beindruckende Umgebung legt. Die Praxis ist funktionell aber nicht wohnzimmerhaft. Ich verschweige ihm den Besuch beim Kollegen.

Seine Diagnose lautet “geplatztes Blutgefäss in der Niere.” Die Läsion wird zur einer “kleinen Rötung, eine Reizung, wahrscheinlich harmlos.”

Er verschreibt mir ein Antibiotikum und gibt mir einen Nachuntersuchungstermin für die folgende Woche.

Mir stellt sich nun die Frage, wem glaube ich?

Mein unter Schlafentzug leidendes Gehirn weiss, dass Blasenkrebs übel ist, agressiv. Ich entscheide mich für Doktor Zwei, er kann ja bei der Nachuntersuchung seine Meinung ändern. Doktor Eins hat sich hingegen festgelegt.

Zehn Jahre später: Doktor Zwei hatte recht.